Samstag, 30. Mai 2015

Die Hessen-Crew - unser Herz schlägt für Hessen ! Ein Hessen-Table mit Schmandflecken, Hessischem Caprese, Erdbeer-Caipirinha und vielem mehr


Den Pfingstsonntag durfte ich mit zwei wunderbaren Frauen verbringen, die noch dazu ebenso gerne backen, kochen und kreativ sind wie ich: mit Andrea vom Blog Zimtkeks und Apfeltarte und Melli vom Blog mellimille. Die beiden sind nicht nur liebe Blogger-Freundinnen, sondern auch genau auf meiner Wellenlänge und so werkelten wir den ganzen Sonntag in Andrea’s toller Küche. Die Stimmung war fröhlich und ausgelassen; kein Wunder – schließlich haben wir eines gemeinsam: in unseren Adern fließt hessisches Blut. Alle drei sind wir in Hessen geboren (Andrea und ich sogar in der gleichen Stadt), aufgewachsen und wohnen voller Stolz in diesem wunderschönen Bundesland. Wir lieben traditionelle Gerichte, die hessische Gemütlichkeit und können uns mühelos in Mundart unterhalten. Herrlich!

Wenn ich Nicht-Hessen zu meiner Heimat befrage, fällt meistens der Satz: „Da fahr ich immer durch, wenn ich in den Urlaub will.“ Richtig, wir haben hier einen der meistbefahrenen Straßenknotenpunkte Europas, aber Hessen besteht aus viel mehr als dem Frankfurter Kreuz und Autobahnen, die die Nordlichter in die Berge führen und die Süddeutschen ans Meer. Dieses tolle Bundesland hat so viele schöne Ecken: von den Kasseler Bergen bis zum urigen Odenwald, vom Rheingau mit seinen Weinanbaugebieten über die Metropole Frankfurt bis in die ländliche Rhön. Hier findet jeder sein Fleckchen Erde an dem es ihm gefällt.

Was mir besonders an der Heimat schmeckt, ist natürlich die hessische Küche. Damit bin ich aufgewachsen, da lacht mein Herz. Hier lernt man schon als Kind, welche sieben Kräuter in die Frankfurter Grüne Soße gehören und warum es sich aus gerippten Gläsern besser trinken lässt. Wie, das wisst Ihr nicht?! Die sieben Kräuter hab ich im letzten Post bereits verraten, das Gerippte zeige und erkläre ich Euch gerne ein anderes Mal. Bleiben Sie also dran, liebe Leser. Hier lernt man fürs Leben.


Für Andrea, Melli und mich war es natürlich Ehrensache, uns für Euch ein paar leckere Gerichte auszudenken, die hessisch inspiriert sind. So könnt Ihr z.B. in Berlin oder München auch aus der Ferne erleben, wie Hessen so schmeckt. Deftig, süß und fruchtig. Der Apfel ist ganz besonders unser Freund, den packen wir in den Nachtisch und daraus keltern wir unser Nationalgetränk: den Apfelwein. Auch liebevoll Äppler, Ebbelwoi oder Stöffche genannt. Wir trinken ihn pur oder als Sauergespritzten mit Wasser. Ich liebe ihn süßgespritzt mit heller Limo. Ein Aufschrei geht da gleich durch’s Land, trinken ihn viele doch nur mit Fanta und bloß nicht mit heller Limo. Da ist der Hesse eigen. Mit meinen Mädels stoße ich auch gerne mal mit einem Glas Apfelwein Rosé an. Aus einer Art Weinglas getrunken eine sehr leckere leichte Alternative.

Unsere Hessen-Crew präsentiert nun voller Stolz und mit Herzchen in den Augen das hessische Pfingstbuffet. 





Gerade zu einem Glas Apfelwein passt ein deftiger Snack besonders gut. Daher gibt es für Euch Schmandflecken, die warm aus dem Ofen am besten schmecken.


Schmandflecken


für ca. 14 Stück

Zutaten:
250g Roggenmehl
250g Weizenmehl
1/2 TL Salz
1 Würfel Hefe
1 TL Zucker
2 EL Olivenöl
1 Handvoll Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie
300g Schmand
100g Schinkenwürfel
100g fein geriebenen Käse, z.B. Parmesan
Salz & Pfeffer zum Würzen
1 Ei

Zubereitung:
1. Beide Mehlsorten und das Salz in einer Schüssel mischen. Die Hefe hineinbröseln und den Zucker hinzugeben.
2. 300ml Wasser sowie das Öl hinzufügen und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig in der Schüssel mit einem Geschirrhandtuch abdecken und ca. 30 min an einem warmen Ort gehen lassen.
3. In der Zwischenzeit Schnittlauch und/oder Petersilie abbrausen, trockenschütteln und kleinschneiden. Den geriebenen Käse unter den Schmand rühren und Kräuter und Schinkenwürfel unterheben. Nach Belieben mit Salz und Pfeffer würzen. Anschließend das Ei unterrühren.
4. Den Backofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig aus der Schüssel nehmen und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche nochmals durchkneten. Ca. 14 kleine Brötchen formen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und mit der Hand etwas flach drücken.
5. Nun 2 EL der Schmandmasse auf den Fladen verteilen und ca. 12-15 min backen.

Wer es lieber vegetarisch mag, nimmt statt Schinken z.B. klein geschnittene Lauchzwiebeln und Paprikawürfel.


Ihr habt noch Hunger? Gut, dass Melli ihre Ebbelwoi-Käse-Tarte mitgebracht hat. Mit ihrem kräftigen Geschmack macht die Tarte so einiges her. Ich hab den Duft jetzt noch in der Nase.



Apropos Nase. Mit Handkäs ist das ja auch so eine Sache. Als Stinkekäse verschrien, hat er es etwas schwerer als seine milden Kollegen. Dabei ist er richtig zubereitet wirklich sehr lecker und dazu noch figurfreundlich mit gerade mal etwas über 100 kcal auf 100g. Ich muss ja gestehen, dass ich erst mit Mitte 20 zum ersten Mal Handkäs probiert habe. Seitdem esse ich ihn jedoch immer wieder gerne. Für Euch habe ich einen italienischen Klassiker mal hessisch interpretiert. Es gibt Hessisches Caprese – zum Reinlegen lecker!







Hessisches Caprese


Zutaten:
4 Bauernhandkäse (wenn möglich vorgereift)
3 große Tomaten oder zwei Handvoll kleine Tomaten
200g Naturjoghurt
1 Topf Basilikum
Salz
Pfeffer
Zitronensaft
1 Zwiebel
Balsamicoessig oder Crema di Balsamico

Zubereitung:
1. Die Bauernhandkäse einmal längs durchschneiden, so dass zwei dünne Scheiben entstehen. Tomaten waschen und in Scheiben schneiden. Naturjoghurt in eine Schüssel geben.
Die Hälfte der Basilikum-Blätter abzupfen, vorsichtig abbrausen, trockenschütteln und kleinschneiden. Basilikum zum Naturjoghurt geben und verrühren. Kräftig mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

2. Auf einer Platte nun Handkäse und Tomaten abwechselnd schichten. Basilikumjoghurtcreme darüber geben.

3. Zwiebel schälen, kleinschneiden und über die Creme streuen. Mit Balsamicoessig beträufeln und ggf. noch mit ein paar Blättern Basilikum dekorieren.

4. Das Ganze im Kühlschrank ein bisschen ziehen lassen und genießen!


Dazu schmeckt am besten ein Stück frisches Bauernbrot mit Butter! Das findet Ihr heute bei Andrea. Sie serviert ein hessisches Bauernbrot mit Frankfurter-Grüne-Kräuterbutter. Klingt gut? Schmeckt himmlisch!
 




Nach so vielen herzhaften Leckereien gönnen wir uns erstmal einen erfrischenden Drink. Im Mai und Juni freue ich mich ja am meisten auf die Erdbeerzeit. Wenn es endlich die aromatischen deutschen Erdbeeren frisch von den Feldern gibt. Ich könnte ständig Erdbeeren essen: auf dem Kuchen, zu Vanilleeis oder einfach so zum Naschen. Und warum nicht in einem kalten Sommerdrink. Wir haben Euch einen Erdbeer-Caipirinha gemixt. Greift zu und Prost!

Hessischer Erdbeer-Caipirinha


Zutaten pro Glas:
1 Limette
6 Erdbeeren
2 TL Rohrzucker
Rosé Apfelwein
Crushed Ice

Zubereitung:
1. Erdbeeren waschen, putzen und in Stücke schneiden.
2. Limette heiss abwaschen, achteln und vier Stücke Limette und vier Erdbeeren in ein Glas geben. Rohrzucker hinzufügen und mit einem Stößel zerdrücken.
3. Crushed Ice hinzugeben und mit Rosé Apfelwein auffüllen. Umrühren und mit den restlichen Erdbeeren und Limettenscheiben dekorieren. Strohhalm rein und fertig!

Als alkoholfreie Variante statt Apfelwein Ginger Ale verwenden.


Was darf bei einem sonnigen hessischen Pfingstbuffet natürlich auch nicht fehlen?! Der Nachtisch! Wir schlürfen noch selig an unserem Erdbeer-Caipi und überlegen fieberhaft hin und her, was wir bloß nehmen sollen: das Hessische Apfel-Tiramisu, das uns Melli serviert oder die Schmand-Rhabarber-Tartelettes, die Andrea für uns gezaubert hat. Keine Frage, wir probieren einfach beides. Es lohnt sich!




Was ein Tag! Wir drei haben geknetet, gebacken, gerührt, geschnitten, gekostet, gelacht und unheimlich viel Spaß und Freude dabei gehabt, unser Hessisches Buffet zusammenzustellen und zu dekorieren. Es war mir so ein Fest, ein Teil dieser Hessen-Crew sein zu dürfen. Auf uns! Und auf Euch!

Alles Liebe aus Hessen,
Julia

Kommentare:

  1. .....Immer wieder gerne! <3 <3 <3
    Drücker und Knutschi
    Melli

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  2. Hallo Julia!
    Eine ganz entzückende Idee, euer Hessen-Table! Da wäre ich sehr gerne dabei gewesen :-)
    Das Caipi-Rezept klingt ganz toll.
    Liebe Grüße, Renate

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    1. Liebe Renate,
      es war wirklich ein Fest für uns! Ich freu mich, wenn Du den Caipi mal ausprobierst. So ein leckeres Sommer-Getränk!
      Liebe Grüße
      Julia

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  3. Liebste Julia,

    das sieht ja soo herrlich aus. Was für ein schönes Thema für ein Motto Buffet und so viele Leckereien- ich wäre auch ne gute Hessin :) Mir schmeckt das alles schonmal sehr gut !

    Viele

    Grüße Mareike

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    1. Du wärst in allem gut, Süße! Ich freu mich, wenn es Dir gefällt. Wir hatten so einen Spaß dabei!

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  4. Hach, da lacht das Hessenherz <3
    Für den nächsten Geburtstag werd ich einen Teil des Hessenbuffets übernehmen, das wird der Knaller!!!

    Liebste Grüße
    Janna

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    1. Liebe Janna,
      das freut mich riesig, dass es Dir gefällt! Es gibt so viele schöne hessische Rezepte, die man auch neu interpretieren kann. Wir freuen uns schon aufs nächste Mal!
      Liebe Grüße
      Julia

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  5. Die Schmandflecken sehen so vorzüglich aus, das Rezept kopiere ich mir jetzt glatt raus. (-; Bei dem ganzen Angebot weiß man ja gar nicht, womit man anfangen soll. (-; Sind das alles typisch hessische Rezepte? Danke für die tollen Anregungen!

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    1. Hallo Bettina,
      hab vielen Dank für Deinen lieben Kommentar! Wir haben versucht, verschiedene Rezepte hessisch zu interpretieren. Grüne-Soße-Kräuter, Handkäs und Apfelwein sind Zutaten, die man in allerlei Gerichten findet und an denen mein Herz hängt.
      Liebe Grüße
      Julia

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